14. - 22.08.2010
Wenn man über das ehemalige Ostpreußen liest, bekommt man schnell die Vorstellung von riesigen zusammenhängenden Waldflächen mit starkem Wildbestand, einsamen Seen mit glasklarem Wasser und einer unberührter Natur. Tatsächlich ist die Gestaltung des Reliefs durch die letzte Eiszeit mit einer ständig wechselnden Moränenlandschaft, Hügeln und Senken, Ebenen und Rinnen so vielschichtig, dass sich auf engstem Raum Äcker, Wald und Wiesen mit Seen und Sümpfen ablösen. Auf den ärmeren Standorten, wo eine Landwirtschaft nicht mehr lohnenswert war, konnten sich so im Laufe der Jahrhunderte Reste des einstmals ganzflächig vorhandenen Urwaldes erhalten. Die wohl bekanntesten und größten geschlossenen Wald- und Jagdgebiete sind Johannesburger und Rominter Heide. Gerade in diesen Waldgebieten Masurens und des früheren Königsbergs entstand Anfang des letzten Jahrhunderts eine moderne, hochproduktive Forstwirtschaft. Natürliche und künstliche Wasserstraßen in Masuren und im Königsberger Gebiet machten den schnellen Transport des Holzes vom Einschlag zu den Sägemühlen über Flößerei möglich und so wurde die Masurische Stammkiefer weit über die Grenzen Deutschlands zu einem Qualitätsbegriff. Nach 1945 wurden die privaten Waldgebiete verstaatlicht. Auch heute ist der Staat Eigentümer fast der gesamten Waldflächen und der Oberförster entscheidet über die Vergabe von Aufträgen an zumeist kleine private Unternehmer. Auf dieser forstlichen Rundreise durch das nordöstliche Polen und das Kaliningrader Gebiet werden Sie bei dem Besuch von verschiedenen, repräsentativen Exkursionsbetrieben Wissenswertes und Besonderheiten über Waldbau, Holzernte und Vermarktungsmethoden in der Forstwirtschaft Polens und Russlands erfahren. Gleichzeitig werden Sie aber auch die einzigartige Vielfalt in Flora und Fauna, die unverwechselbare Landschaft der Kurischen Nehrung und die Weite der Masurischen Seen in Ihren Bann ziehen.
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