LandLust Reisen

26.06. - 06.07.2010

„Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich ebenso gut als Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll."
(Wilhelm von Humboldt)

Fast hundert Kilometer misst er, dieser längste Sandstrand Europas, ist zwischen 400 und 4000 m breit. An der schmalsten Stelle haben sich die Wellen der Ostsee schon oft bei großen Sturmfluten vereint. Es sind die Wanderdünen, bis zu 60 m hoch, die den Reiz der Landschaft ausmachen. Ganz oben auf den Dünenkämmen ein grandioser Blick: Nach Osten hin schimmert das Haff blaugrün in der Sonne, gegen Westen die aufgewühlte Ostsee mit kleinen Schaumkronen. Die Wellen donnern auf den weißen Strand, um dort in Gischtstrudeln züngelnd auszulaufen.

Weiße Wolkengebirge treiben über den blauen Himmel und bringen rasend schnelle Farbwechsel mit sich, die Landschaft immer wieder in anderes Licht tauchend. Die Jacken flattern wie Segel im Wind und überall hört man das Rauschen des Meeres. Tausende feinster Sandkörner pieken wie Nadeln im Gesicht und bald schmeckt man das Salz des Meeres an den Lippen.

Auf unserem Weg zur Nehrung sind wir unterwegs in Kaliningrad, der ehemaligen ostpreußischen Hauptstadt am Pregel. Hier war einst die 1844 gegründete, staatliche Kunstakademie beheimatet, ein Institut von regionaler Bedeutung. Von hieraus machten sich Schüler und Lehrer der Akademie auf, um in der Abgeschiedenheit des Ortes Nidden auf der Kurischen Nehrung Ruhe und Inspiration zu suchen.

Auch wir verbringen intensive Tage in Nidden, haben viel Zeit, die Nehrung mit allen Sinnen in uns aufzunehmen und auf Motivsuche zu gehen. Der hübsche Ort besticht durch seine wundervolle Lage direkt am Haff, restaurierte Fischerhäuser und Katen prägen das Bild. Es geht beschaulich zu und natürlich ist das Meer allgegenwärtig. Das war es, was Thomas Mann so sehr an der Nehrung schätzte, dass er sich in Nidden ein Häuschen baute und mehrere Sommer verbrachte: das allgegenwärtige Meeresrauschen.

Wir genießen ausgiebige Wanderungen auf der Düne, am Haff, in den Wäldern und machen uns auf Bernsteinsuche an den langen Stränden der Ostseeküste. In den verschwiegenen Mulden der Dünen, dort wo die Sonne am meisten wärmt, lassen wir uns nieder, um zu skizzieren und zu zeichnen. Diese Bilder, diese wundervollen Farben, den Geruch des sandigen Windes, den Salzgeschmack, das alles wird man wohl nie mehr vergessen, denn man nimmt sie einfach mit, die Sehnsucht nach dieser wundervollen Landschaft.

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Mal- und Studienreise an die Kurische Nehrung mit der Künstlerin Gunda Kupfer